Reha nach Operation/Verletzung (Hund) Wochenfahrplan & Hausaufgaben
Leitfrage: „Was darf mein Hund wann?“
Ziel der Reha
Weniger Schmerz, kontrollierter Belastungsaufbau und ein stabiles Gangbild – mit Physiotherapie, sanften Manualtechniken und exakt dosierten Hausaufgaben.
Kurz gesagt:
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Schmerz/Schwellung senken
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ROM & Muskelkraft systematisch aufbauen
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Alltag sicher planen: Leine, Rutschschutz, Pausen, Rampen
Indikationen
- Nach OP: z. B. TPLO/TTA, Patellaluxation, Frakturen, Bandscheiben-OP (nach Freigabe)
- Nach Verletzung: Zerrung, Muskelfaserriss, Kapsel-/Bandläsion
- Chronische Themen: Arthrose-Schübe, Überlastung – mit Reha-Elementen
Wichtig: Start nach tierärztlicher Freigabe. Akute Alarmzeichen (Fieber, starke Schwellung, Nässen der Wunde, Lahmheitszunahme) → zuerst Tierarzt/Tierklinik.
So arbeiten wir
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Befund & Plan
Wund-/Schwellungsstatus, ROM (Range of Motion), Schmerzreaktionen, Umfangmessung, Gangbild; OP-Bericht sichten; Reha-Ziele festlegen. -
Behandlung & Anleitung
Schonende Weichteil-/Faszientechniken, Lymph/Ödem-Management, gelenknahe Mobilisation (freigegeben), Taping; genaue Dosierung der Heimübungen. -
Hausaufgaben & Verlauf
10–15 Min/Tag, klare Sätze/Wdh./Pausen, Belastungsregeln, Wochen-Kontrollen/Anpassungen.
„Was darf mein Hund wann?“
Wochenfahrplan
(Orientierung; wird individuell an OP, Befund, Heiltempo angepasst.)
Woche 0–2: Beruhigen & schützen
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Ziele: Schwellung ↓, Schmerz ↓, Wundheilung schützen, sauberes Gangbild an der Leine vorbereiten
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Alltag: Leinenruhe, kurze „Pipi-Runden“ (mehrere kurze statt 1 langer), Rutschhemmung zu Hause, Treppe/Sprung strikt vermeiden
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Übungen (2–3×/Tag):
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Kühlung/Wärme gemäß Tierarztvorgabe
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Assistierte ROM (passiv/aktiv-assistiert, 5–8 Wiederholungen)
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Isometrie Quadrizeps/Gluteals (3×10 Sek. halten)
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Gewichtsverlagerung im Stand (mini-Impulse)
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Woche 3–4: ROM & symmetrische Belastung
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Ziele: ROM ↑, erste Gleichlast in Stand/Schritt
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Alltag: Mehrere kurze Leinenintervalle (z. B. 5×5 Min), weiterhin kein Springen/Spielen
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Übungen:
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Aktive ROM (z. B. „Nasen-zu-Pfote“ sanft führen)
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Gewichtsverlagerungen → Mini-Balance (stabiler Untergrund)
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Isometrie progressiv (4×10–12 Sek.)
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Langsamer Schritt mit sauberer Schrittlänge
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Woche 5–6: Kraft & Koordination
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Ziele: Hinterhandkraft ↑, kontrollierte Propriozeption
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Alltag: Intervall-Spaziergänge z. B. 8–12 Min mit Pausen, flache Mini-Stufen/Kanten als Vorbereitung
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Übungen:
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Gewichtsverlagerung → Balancekissen (kurz, sicher)
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Target-Arbeit (Pfote setzen, Gewichtswechsel)
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Leichtes Rückwärts-Gehen (gerade Linie, 3–5 Schritte)
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Cavaletti flach (2–3 Stangen, Schritt, sehr langsam)
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Woche 7–10: Aufbau & Gangschule
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Ziele: Ausdauer ↑, stabile Symmetrie im Schritt/Trab (falls freigegeben)
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Alltag: Intervalllängen steigern, Terrain variieren (nur rutschfest)
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Übungen:
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Balance/Proprio variieren (Zeit ↑, Höhe nur minimal ↑)
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Tempi-Wechsel im Schritt (kurze Abschnitte)
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Längere Rückwärts-Passagen (5–8 Schritte), Seitwärts-Schritte am Boden
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Cavaletti leicht variieren (Abstand, Anzahl)
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Woche 10+: Return to Life/Sport
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Ziele: Alltagstauglichkeit, Rückfallprophylaxe
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Alltag: Spaziergänge normalisieren, ggf. Sportaufbau nach Funktions-Check
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Übungen:
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Kraft-Zirkel (isometrisch → konzentrisch/exzentrisch)
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Richtungswechsel, Tempo-Wechsel, kleine Steigungen
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Sportartspezifische Drills nur nach Freigabe
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Belastungsregeln: Steigerungen immer einzeln verändern (Dauer oder Tempo oder Komplexität). Bei Lahmheits-/Schmerzzeichen sofort einen Schritt zurück.

Wochenfahrplan – „Was darf mein Hund wann?“
Download:
Zur Orientierung; muss individuell an OP, Befund, Heiltempo angepasst werden.
Methoden (Auszug)
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Physiotherapie: Lymph/Ödem, Weichteil/Faszie, gelenknahe Mobilisation, Gangschule
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Aktiv: ROM, Isometrie → Kraft, Balance/Propriozeption, Intervall-Gehen
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Unterstützend: Taping, Wärmeanwendung gem. Freigabe; optional Laser/Elektro (falls vorhanden & indiziert)
Dauer & Organisation
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Ersttermin: ca. 60–75 Min inkl. Befund, Zielsetzung, Startübungen
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Folgetermine: i. d. R. 40–50 Min; Frequenz an Heilphase angepasst (anfangs wöchentlich)
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Reha-Kontrollen: objektive Marker (ROM, Umfang, Gangbild-Video), Plananpassung
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Mitbringen: OP-Bericht/Befunde, Medikationsplan, geeignete Leine/Geschirr, rutschfeste Decke
Was du erwarten darfst
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Messbarer Startpunkt (ROM, Umfang, Schmerzskalen)
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Schriftlicher Hausaufgabenplan mit Dosierung (Sätze/Wdh./Pausen)
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Alltags-Setup: Rutschzonen, Treppe/Auto-Strategie, Pausen, Gewichtsmanagement
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Teamwork: Enger Austausch mit Tierärztin/Tierarzt
Häufige Fragen (FAQ)
Ab wann dürfen wir mit der Physiotherapie starten?
Nach tierärztlicher Freigabe. In der Frühphase stehen Schwellung, Schmerzmanagement, sanfte ROM und isometrische Aktivierung im Fokus.
Wie oft sind Termine sinnvoll?
Zu Beginn meist wöchentlich, später 14-tägig/monatlich – je nach Heilverlauf, OP-Art und Trainingsfleiß.
Welche Übungen sind in den ersten Wochen sicher?
Assistierte ROM, Isometrie, Gewichtsverlagerungen, kurze Intervall-Spaziergänge auf rutschfestem Untergrund – exakt dosiert und dokumentiert.
Treppen, Sofa, Auto – ja oder nein?
In der Frühphase vermeiden. Später nur gesichert (Rampen, Tragehilfe) und nach Plan. Sprünge/raues Spiel erst im späten Aufbau.
Woran merke ich Überlastung?
Mehr Lahmheit, Schwellung/Wärme, müder Gang, Abwehrverhalten. Dann Übungsdosis reduzieren und Rücksprache halten.
Welche Rolle spielt Gewicht?
Eine große. Jedes Kilo weniger entlastet Gelenke. Wir geben alltagstaugliche Tipps – ggf. in Abstimmung mit der Tierarztpraxis.
Wann zuerst Tierarzt/Tierklinik?
Bei Fieber, Nässen/Rötung der Wunde, deutlich zunehmender Lahmheit, plötzlicher Verschlechterung oder neurologischen Zeichen.

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